Der Berufsalltag unserer Piloten

Berlin. Um fünf Uhr morgens trifft sich die sechsköpfige Crew der AB 1048 zum Flug von Berlin-Tegel nach Palma de Mallorca. Der Flug wird auf einer Boeing 737-800 mit der Kennung D-ABBQ durchgeführt. Nach dem Crewbriefing, einer Besprechung über das Wetter, den Streckenverlauf und Besonderheiten des Fluges, betritt die Mannschaft das Flugzeug und bereitet es auf den Start vor. Es regnet.


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First Officer (FO) auf diesem Flug ist Simon Röhricht. Gemeinsam mit Kapitän Bernd Müller wird er in den nächsten Stunden verantwortlich für die Sicherheit der Passagiere, der Besatzung und der Maschine sein. Nach einem Rundgang um das Flugzeug wird das Cockpit startklar gemacht. Anhand der vorläufigen Passagier- und Frachtzahlen werden Gewicht und die nötige Treibstoffmenge berechnet.




Die beiden Piloten überprüfen nun das Technikbuch und füttern den Flight Management Computer (FMC) mit Routen- und Wetterdaten. Anschließend werden Cockpit und Instrumente anhand von so genannten Checklisten kontrolliert. Nach den letzten Formalitäten und dem OK der Kabinenbesatzung werden die Triebwerke angelassen. Mit der Rollfreigabe kann es losgehen. Mittlerweile ist es sechs Uhr. FO Röhricht ist auf diesem Flugabschnitt ("leg") der Pilot Flying, aber noch steuert Kapitän Müller den Jet zur Startbahn. Auf dem Taxiway werden weitere Verfahren mit Checklisten überprüft. Nach der "Take Off Clearance" durch den Tower TXL legt CDR Müller die Schubhebel nach vorne. Bei ca. 140 Knoten wird die Rotationsgeschwindigkeit (Vr genannt) erreicht. Simon Röhricht zieht das Steuerhorn leicht nach hinten und lässt die Boeing Richtung Sonne abheben. Der "Climb Out" verläuft trotz starker Bewölkung ruhig und die 180 Passagiere können entspannt in den Urlaub starten.
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Kurze Zeit später hat der Jet die dichte Wolkendecke durchstoßen. Die Sonne scheint. FO Röhricht stellt die Geschwindigkeit in Knoten am Mode Control Panel ein.





Die Reiseflughöhe ist wenig später erreicht. Die Bravo Quebec fliegt nun mit 435 Knoten dem Sonnenziel entgegen, das sind 805 km/h. Der Autopilot wird eingeschaltet und Kollege Computer übernimmt das Ruder. Jetzt begrüßt Simon Röhricht über die Sprechanlage die Gäste an Bord. Die für die Passagiere wichtigste Information über das Wetter auf der Urlaubsinsel liegt schon vor: Auf 20 Grad soll das Thermometer heute auf Mallorca klettern. Die Berliner Gäste können sich also freuen. Nach der Ansage fangen die beiden Piloten an, gemeinsam die letzten Papiere zu bearbeiten. Jetzt bleibt Zeit, zu frühstücken und sich für den Anflug auf Palma de Mallorca vorzubereiten. FO Röhricht setzt die Maschine sanft auf der Bahn 24 links auf.


Nach der Landung in Palma hat die Crew heute ein wenig mehr Zeit als sonst. Simon Röhricht kann daher die pralle Sonne auf der Baleareninsel für ein paar Minuten länger genießen. Nach einer kurzen Pause beginnt die Mannschaft erneut mit den Startvorbereitungen. Dieses Mal fliegt die Crew von Palma nach Oviedo-Asturias (OVD)in Nordspanien und wieder zurück. Flying Pilot ist jetzt Kapitän Müller. Simon Röhricht übernimmt den Posten des Pilot Monitoring. OVD wird überpünktlich erreicht. Nach dem getankt wurde, begibt sich FO Röhricht auf das Vorfeld zur visuellen Inspektion des Flugzeugs. Bei diesem Kontrollgang, der vor jedem Flug durchzuführen ist, muss Berufsalltag_3.jpgdas Flugzeug auf sichtbare Schäden überprüft werden. Größte Aufmerksamkeit gilt den Tragflächen mit den dazugehörigen Klappsystemen, dem Triebwerk, dem Fahrwerk und den Bremsen. Mit geübtem Blick überprüft FO Röhricht die Maschine auf etwaige Schäden. Danach geht es zurück ins Cockpit. Parallel mit den Arbeiten des Flugzeug-Besatzung beginnt der technische Service-Ablauf am Jet durch Fremdfirmen: Betankung, Reinigung der Maschine und dem Catering, dem Beladen von Speisen und Getränken.


Ready for departCrew Briefing.jpgure in OVD. Nach dem Boarding, dem Einholen sämtlicher Daten und Freigaben und dem Durcharbeiten der Checklisten werden die Triebwerke angelassen und die Maschine rollt zur Startbahn. Der Flug zurück nach PMI verläuft ruhig und die Crew kann sich auf ihr letztes leg für diesen Tag freuen. Wenig später ist die Crew gelandet. Nachdem die letzten Passagiere von Bord gegangen sind, übergibt die Crew das Flugzeug an neue Kollegen und holt ihre Koffer. Gemeinsam gehen die Piloten und Kabinenmitglieder von Bord und fahren mit dem Bus zum Crewraum,um während eines Debriefings den Flug zu besprechen.


Feierabend! Um 15 Uhr ist die Crew auf Mallorca im Hotel angekommen. Der Check In für die Zimmer geht schnell. Nun hat jedes Mitglied Freizeit. Später hat sich die Crew für ein gemeinsames Abendessen entschieden.


Sonntag, 18. März 2007 Palma de Mallorca. Heute trifft sich die Crew erst wieder um 11:00h am Hotel. Ein Shuttle bringt die Kollegen zurück an den Flughafen - hier geht es direkt in den Crewraum des OPS, der Abteilung Flugzeug Abfertigung. Mit ihrer airberlin-Identifikationskarte checkt die Crew ein und holt sich von den OPS-Mitarbeitern vor Ort die neuen Flugdaten wie Streckenunterlagen, Streckenzeiten und dem voraussichtlichen Abfluggewicht. Die Informationen werden gesichtet und zusammengetragen. Nichts wird dem Zufall überlassen. Heute geht es zunächst nach Hamburg, von dort wieder in das Drehkreuz PMI und von dort aus wieder retour nach Berlin-Tegel. Allein für die erste Strecke gibt es 31 Seiten Hinweise, Besonderheiten und Instruktionen über spezielle Manöver, Ausweichflughäfen oder An- bzw. Abflugauskünfte. Eine lückenlose Planung ist eine der wichtigsten Grundvoraussetzungen in der Fliegerei.


Jetzt kann das Crewbriefing beginnen. Kabine und Cockpit planen den Flug und tauschen sich über besondere Beladung, spezielle Bedürfnisse der Passagiere und die berechnete Flugzeit aus. Die Kabinenleitung teilt die Kolleginnen auf ihre Positionen in der Maschine ein. Dann holt die Crew ihr Gepäck ab und bringt es zum Crewbus, der die Besatzung zum Flugzeug fährt.


Um 13:40h startBoarding.jpget die AB 9757 pünktlich Richtung Hamburg. Flug, Landung, Aussteige-, Wiederbeladung und Einsteigevorgänge laufen routiniert und nach Plan. Um kurz nach 17 Uhr hebt der Jet wieder Richtung Spanien ab. Die Crew fliegt in den Sonnenuntergang. Im Cockpit werden die Lichter eingeschaltet. Landung um 19:30h in Palma de Mallorca. Jetzt liegt nur noch ein leg vor der Mannschaft: es geht nach Hause - in diesem Fall nach Berlin-Tegel, dem Heimatflughafen von airberlin. Um kurz vor halb elf, nach einem ruhigen Flug durch den Abend, leitet Simon Röhricht den Sinkflug ein. Zwanzig Minuten später meldet sich der Bordcomputer mit der aktuellen Flughöhe: "One thousand", verkündet er blechern, dann "five hundred". Die Landebahn kommt schnell näher: "Hundred, fifty, fourty, thirty, twenty, ten." Röhricht zieht die Gashebel langsam zu sich zurück. Touch down. Sanft setzt die Boeing 737-800 auf der Landebahn auf.
                

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